Der
unsichtbare Zaun
Auf
meiner Seite Die die essen
Auf
der anderen Seite Die die auch gerne essen würden
Sie
sehen wie wir essen
Sie
wissen aber, dass sich nicht essen können bis sie satt
sind
Sie
wissen, dass sie immer auf der anderen Seite stehen werden
Wir
sehen, dass sie nicht essen können bis sie satt sind
Wir
essen
Und
denken das geht uns nichts an
Wir
arbeiten ja dafür
Wir
sehen einander
Die
die essen, und Die die gerne essen würden
Zwischen
uns liegt er
Der
unsichtbare Zaun
Er
hat grosse Maschen
Wir
könnten ja etwas hinüberschieben
Aber
es geht uns nichts an
Wir
haben andere Sorgen
Wir
müssen schauen, dass wir nicht zu dick werden
Er
folgt keiner bestimmten Richtung
Der
unsichtbare Zaun
Er
durchzieht die ganze Welt kreuz und quer
Er
trennt uns manchmal unmittelbar nahe
Vom
Hotel zur Dreckhütte
Wir
sehen sie, und sie sehen uns
Aber
es geht uns nichts an
Wir
sind nicht verantwortlich für die Politik dieses Landes
Er
ist für uns sehr bequem
Der
unsichtbare Zaun
Denn
er trennt uns unweigerlich
Wir
die essen, und Die die gerne essen würden
Es
geht uns ja nichts an
Wer
dafür sorgt
Das
niemand den unsichtbaren Zaun niederreissen kann
Wer
sind Die, die wollen
Dass
wir arbeiten und essen
Und
ihre Taschen mit Geld füllen ?
Wer
satt ist stellt keine dummen Fragen
Er
arbeitet ja dass er satt wird
Und
wer zu schwach ist, reisst keinen Zaun nieder
Darum
sind wir hier und essen
Und
da drüben sind Die die auch gerne essen würden
Und
dazwischen sind die, die dafür sorgen, dass niemand den Zaun
niederreisst
©
Gilbert Truffer 2003 |