04. September 03 I RZ

Oberwalliser Verein setzt sich für Menschen in der Dritten Welt ein

"Wir haben nur eine Welt!"

Grächen / Gampel / La Paz-Bolivien / Im Sommer 2003 wurde der Ver­ein "Only one world" in Grächen gegründet. Das Ziel des Vereins besteht darin, Menschen aus der Dritten WeIt zu unterstützen. "Wir kön- nen nicht tatenlos zu- sehen, wie Millionen von Menschen auf dieser Welt unter menschenun- würdigen Bedingungen dahinsiechen müssen", erklärt Gilbert Truffer vom Verein "Only one world".

 

"Unser Verein hat die Vision, dass eine gerechtere Welt möglich ist." Man nimmt Gilbert Truffer sein Enga- gement ab. Der Jung- unternehmer hat auf einer Ferienreise durch Kuba zum ersten Mal gesehen, unter welch schwierigen Bedingun- gen die Menschen dort ihr tägliches Leben meistern müssen. "Das Schicksal dieser Menschen, und wie sie damit versuchen fertig zu werden hat mich seither nicht mehr losgelassen." Auf der Home- page des Vereins, unter www.onlyoneworld.ch. wird mit klaren Worten beschrie­ ben, wie mangelhaft das Engage­ment in den reichen Ländern des Westens ist: "Die Bequemlichkeit und Gleich- gültigkeit unserer Ge­ sellschaft in der westlichen Welt ist erschreckend ange- sichts der Lage vieler Men- schen in der Dritten Welt. Unter dem Deckmantel der Hilflosigkeit lassen wir uns zum Wegschauen verleiten. Wegschauen ist der ein- fachste Weg, er verurteilt,

Millionen von Menschen gnadenlos zum Tod. Er ist ein Armutszeugnis der so- genannten zivilisierten Welt. Die Ausbeutung der Dritten Welt findet seit Jahr- hunderten statt. Menschen wurden und werden ver- sklavt,gedemütigt, miss- handelt und ausgebeutet. Die Industrieländer rauben

 

 

Einheimische Arbeiter im bolivianischen Cochabamba beim Beladen eines Anhängers mit Steinblöcken, die für den Bau der Lehrlingswerkstätten in Pater Williners Kinderdorf benötigt werden.

den Entwicklungsländern die Rohstoffe. Dies führt zu Armut, Menschenhandel, Prostitution. Der Zwischen- handel erzielt die grossen Gewinne!"

 

"Unsere Welt ist ungerecht"

'Nach Meinung von Gilbert Truffer und seinen Vereinskollegen muss nun endlich etwas getan werden gegen die Ungerechtigkeiten in dieser Welt. "Wir kommen alle irgendwann auf die Welt, um nach ein paar Jahrzehnten auf dieser Erde die Welt durch den Tod wieder zu verlassen. Warum sollen dann zwischen diesen zwei Ereignissen einige Menschen mehr Rechte haben als andere?", fragt sich Truffer. "Menschen, die in absoluter Armut leben müssen, sind meist nicht selber schuld, dass sie im Elend versinken. Sie leiden unter korrupten Regierun- gen und unter fremden Grosskonzernen, die ihr Land dank höriger Regierung- schefs ausplündern dürfen." Gilbert Truffer ist über- zeugt, dass die reiche westliche Welt die Ver- antwortung für die in Armut lebenden Menschen

übernehmen muss. "Religion und ethnische Zugehörigkeit dürfen dabei keine Rolle spielen."

 

Unterstützung für Pater Erich Williner

Eines der Projekte, die der Verein "Only one world" unterstützt, ist dasjenige des Grächner Paters Willinter im bolivianischen Cochabamba. Dort hat Pater Williner im Laufe der letzten Jahrzehnte ein Kinderdorf aufgebaut und damit vielen Kindern, die zuvor auf der Strasse gelebt haben, ein Zuhause und den Zugang zu einer anständigen Aus- bildung gegeben. Geschützt von einer hohen Betonmauer hat er in Cochabamba Wohnungen, Schulräume sowie Spiel- und Sport- plätze für rund 350 Kinder gebaut. Zur schulischen Ausbildung möchte Pater Williner nun auch noch die handwerkliche anbieten können. Im Februar dieses Jahres hat er darum begonnen, Lehrlingswerk- stätten zu bauen. An Geld mangelt es natürlich immer. Aber auch geeignete Ma- schinen und Werkzeuge nimmt der Pater dankbar entgegen. Der

Verein "Only one world" sammelt die Gaben und schickt sie nach Bolivien. Gilbert Truffer: "Wir können alles gebrauchen,  was zur Ein- richtung dieser Werkstätten dient. Die Maschinen können gebraucht sein, müssen aber den gängigen Sicherheits- vorschriften entsprechen." Der Aufbau eines kleinen Spitals bildet den zweiten Schwer- punkt der Arbeit von Pater Williner "Für dieses Projekt suchen wir medizinische Geräte und Einrichtungen," erklärt Gilbert Truffer.

Materialspenden werden in Gampel zwischengelagert (Tel. 079 417 49 60, Gilbert Truffer). Für Geldspenden hat der Verein ein Konto eingerichtet:

Walliser Kantonalbank, "Only one world", 3954 Gampel, PC-Konto 19-81-6